Umsätze in der Gastronomie weiter im Rückwärtsgang
Wie die Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung aktuell berichtet, verlieren meist getränkeorientierten Gaststätten weiter an Umsatz. Vor allem bedingt durch das Rauchverbot in Gaststätten, bricht in breiter Front in sogenannten „Kneipen ums Eck“ der Umsatz weiter massiv ein.
Dabei ist zu beobachten, dass der Umsatzrückgang besonders die Bundesländer betrifft, wo das Rauchverbot seit längerem in Kraft getreten ist. Während in Bundesländern ohne Rauchverbot das reale Minus 6,8 Prozent beträgt, sanken die Umsätze in Bundesländern mit Rauchverbot wie Baden-Württemberg und Niedersachsen um 9,8 Prozent. Hessen verliert nach Einführung im 4. Quartal 2007 real 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der eklatante Umsatzrückgänge trifft neben den kleinen Kneipen ums Eck ebenso Tanzlokale, Discotheken, Bars und Vergnügungslokale, die hautsächlich Ihren Umsatz mit Getränken generieren.
Soweit die nackten Zahlen.
Gastwirte, die noch nicht aufgeben haben oder mussten, warten weiter auf eine Korrektur beim Nichtraucherschutzgesetz. Ob diese kommt ist fraglich.
Nicht nur das Rauchverbot macht der Gastronomie schwer zu schaffen. Ebenso die weiter stark anziehenden Preise an Energie- und Lebensmittelkosten, die erhöhte Mehrwertsteuer und die Lohnnebenkosten können in diesem Ausmaß nicht an die Kunden weitergeben werden. Während der Anstieg des Bierpreises (siehe Grafik) sich noch in einem moderaten Umfeld bewegt, steigen die Preise von Lebensmitteln mit einer besorgniserregenden Geschwindigkeit.

Für die Gäste der Gastronomiebetriebe nicht wahrnehmbar, doch durch den Konkurrenzdruck der Kneipen und Gaststätten ist eine reale Kalkulation in weite Ferne gerückt. Veranschlagt man durchschnittlich bei Speisen und Getränken einen Aufschlag von 400 Prozent bewegt sich dieser oft noch im Bereich um 200 oder 250 Prozent.
Dazu werden Gastronomen vom Staat besonders zur Kasse gebeten. Geht es um eine Konzessionserteilung, sind in vielen Bundesländern bis zu 2000 Euro fällig. Für ein normales Gewerbe hingegen, gerade mal 20 Euro.
Kaufmännische Mankos vieler Gastronomen tun ihr übriges dazu, das der Traum von der eigenen Kneipe zum Alptraum wird.
Quelle Prozentangaben: Statistische Bundesamt
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Von Admin | 7. Juni 2008 | Kategorie: Nachrichten |



Oh je, das gejammere der Gastronomiebetriebe über ausbleibende Umsätze. Selbst schuld kann ich nur sagen. Meine Frau und ich waren noch vor wenigen Jahren begeisterte Kneipengänger. Als die Schnitzel aufgrund der Gewinnmaximierung immer kleiner, die Biergläser immer seltener bis zum Eichstrich gefüllt wurden, verabschiedeten wir uns schweren Herzens von den regelmäßigen Kneipenbesuchen. Seltsam hierbei ist jedoch, dass viele Gastronomen die ordentliche Ware zu vernünftigen Preisen anbieten, wer hätte noch vor wenigen Jahren zwischen 20,- und 25,- DM für ein Schnitzel bezahlt, anbauen müssen und den Kundenansturm zu bewältigen. Ein Schnitzel (180 gr.) mit Pommes und Salat wäre mit 5,80 - 6,70 Euro (statt vielerorts 9,90 oder mehr) auch bezahlt (ohne Verlust)- aber dann müßte man halt mehr Arbeiten, das wollen viele nicht. Noch kurz vor dem Euro zahlten wir für ein Jägerschnitzel 10,90 DM. Jetzt gibt´s für insgesamt 12,- Euro für 2 Personen zu Hause Schnitzel, Pommes, Salat, Bier und Schnaps satt. Ach ja, wird nicht, natürlich unbeabsichtigt, das eine oder andere verkaufte Essen (oder Getränk) vergessen in die Kasse einzutippen. Ein Schelm, der böses dabei denkt!
So denken leider viele Michael! Schon mal selber eine Kneipe oder noch schlimmer ein Restaurant geführt?
Das Beispiel mit dem Schnitzel 5,80 - 6,70 ist seht gut. Bei diesem Preis kriegst Du die Kosten eben nicht raus oder du hast sie damit gerade gedeckt, aber noch nichts verdient.
Nur ganz gorb und kurz :
Beispiel: Gutbürgerliche Gaststätte: 100 Sitzplätze, 6 Mitarbeiter + 4 Aushilfen
Einnahmen:
100 verkaufe Essen = Umsatz bei 6,70 = 670,- Euro + das 1,5fache an Getränken ist ein Tagesumsatz von 1.675,-. Klingt viel, gell. (da wird sich der Wirt aber dumm und dämlich verdienen)
Ausgaben:
Miete/Tilgung/Zinsen/Brauereiverträge/: (6000/M) anteilig: 200,-
Personal: (15.000/M) anteilig 500,-
Wareneinsatz: 35 % (das ist eben zuviel und ist daher ein enscheidender Faktor, da wie oben im Beitrag geschildert, die Preise dem Kunden nicht in diesem Ausmaß weitergeben werden konnten. Was ich auch selber verstehe. Hier liegt meiner Meinung nach das Übel der Misswirtchaft begraben. Es past nicht mehr zusammen)
703,50 Euro
Laufende Betriebskosten: Strom, Gas, Telekommunikation, Steuern, Versicherungen, Gaststättenbedarf, usw. 250,- Euro
Betriebsbedingte Reperaturen und Investitionen 50,-
Macht zusammen Ausgaben: 1.703,50
Ergibt ein Minus von: 28,50
Von vielen Gastronomielaien werden die Kosten einfach unterschätzt. Daher scheitern mehr als 50% der Gastronomiebetribe innerhalb der ersten 2 Jahre. Mit Bier für 1.80 und Schnitzel für 6,70 überlebst Du nur maximal 2 Jahre als Gastronom.