Food Events – Wenn das Essen zur Show wird

Food Events – Wenn das Essen zur Show wirdIn der deutschen Gastronomieszene breitet sich seit einiger Zeit ein Trend aus – sogenannte "Food Events". Diese verbinden Showeinlagen und leckere Speisen. Es steht also nicht nur der kulinarische Genuss im Mittelpunkt, vielmehr wird eine Show um die servierten Speisen veranstaltet. Anstatt das Essen in gewohnter Manier am Tisch zu servieren, werden bei Food Events Zubereitung oder Verzehr zelebriert und in ein unterhaltsames Gesamtkonzept integriert. Im Mittelpunkt stehen interaktive Theaterstücke oder actiongeladene Zubereitungsmethoden, die in ein denkwürdiges Erlebnis integriert werden. Diese Form der Eventgastronomie soll angeblich bereits 1849 in Schweinfurt erfunden worden sein. Die Besitzer eines Wirtshauses suchten nach einem Weg, möglichst viele Gäste anzulocken und diese möglichst schnell satt zu bekommen. Die Lösung ihres Dilemmas bestand in einem Food Event. Sie veranstalteten eine Show und bereiteten das Essen direkt im Gastraum zu, vor den Augen der Gäste. Auf diese Weise wurden die Food Events erfunden – zumindest der Legende nach.

Intrigen, Mord, Vier-Gänge-Menü

Neuerdings werden solche Food Events oft zu ganzen Theaterstücken zusammengefügt. Zu den skurrilen kulinarischen Veranstaltungen zählt das sogenannte Krimidinner in Gladbeck, das man unter anderem hier buchen kann. Beim Krimidinner trifft das klassische Festmahl auf einen Krimi á la Edgar Wallace. Die Gäste versammeln sich dazu in einem Schloss, tragen festliche Kleidung und werden von einem Buttler zu ihren Tischen geleitet. Im Laufe des Abends wandelt sich der klassische, idyllische Abend allerdings zu einem interaktiven Theaterstück, und die Gäste werden zu Mitwirkenden in einem spannenden Mordkomplott. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lord Ashtonburry und seine zwielichtigen Erben, die schnell unter Verdacht stehen. Erst durch das detektivische Geschick der Gäste können der Mordfall aufgeklärt und der wahre Mörder der Gerechtigkeit zugeführt werden. Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, wird ein viergängiges Menü gereicht – ein echtes Krimidinner eben.

Essen auf Rädern

Im Trend liegen auch die sogenannten Food Trucks. Dabei werden Lieferwagen, Transporter oder Trailer zu fahrenden Küchen umgewandelt. Anschließend fahren diese Trucks in Deutschlands Fußgängerzonen oder vor große Bürogebäude und servieren ihre kulinarischen Köstlichkeiten vor Ort. Auch hier liegt ein Schwerpunkt auf dem Event. Die Zubereitung der Speisen wird zelebriert und direkt vor den Augen der Kunden effektvoll durchgeführt. Die Live-Zubereitung wird zum Spektakel und dient dazu, Kunden anzulocken und eine Mundpropaganda unter den Gästen anzuregen. Allerdings müssen sich auch die fertigen Speisen nicht verstecken. Food Trucker kochen in der Regel sehr gut. Verkauft wird je nach Truck fast alles, vom frischen Steak über flambierten Apfelkuchen bis hin zu Iced Peach Gazpacho, Tafelspitz oder Wildkräutersalat. Die Speisen sind selbst zubereitet und meist aus biologischem Anbau, allerdings auch häufig nicht ganz billig – qualitativ hochwertiges Fast-Food eben, das gerade bei ernährungsbewussten Berufstätigen mit wenig Zeit immer beliebter wird.   Bildrechte: Flickr after dinner jenny downing CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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