Südtiroler Handwerk: Federstielsticken

Südtirol ist reich an Brauchtum und Traditionen, vor allem die Südtiroler Seitentäler wurden über viele Jahrhunderte lang wenig von der Außenwelt beeinflusst. Kuriose Geschichten, Handwerk und Brauchtum wurden von Generation zu Generation weitergegeben und bis heute gepflegt, so auch das Kunsthandwerk Federstielsticken.

Federstielsticken in Südtirol

Südtiroler HandwerkDen Namen hat die Sonderform des Stickens vom dazu verwendeten Material bekommen, den Federkielen. Es wird nur mit Fäden gestickt, welche aus den Pfauenfedern gespalten worden sind. Federstielsticken ist ein Handwerk, welches sehr viel Geschick und vor allem auch Geduld erfordert, denn Ornamente und Buchstaben müssen genau und säuberlich mit der Aale auf das Leder gestickt werden. Früher war das dieses Handwerk, dessen Ursprung im Südtiroler Sarntal liegt, hauptsächlich ein Nebenerwerb für die Sattler und auch Bauern, heute jedoch ist das Federstielsticken in Südtirol ein bedeutender Beruf mit einer Lehrzeit von 5 Jahren. Wie fast alles, hat sich auch das Berufsbild dieses Handwerkers verändert, war es damals vor allem Trachtenzubehör, welches mit Federstiel bestickt wurde, verzieren heute diese besonderen Stickereien auch Hand- und Geldtaschen, Ranzen, Fotoalben und Schlüsselanhänger. Nichtsdestotrotz liegt es den Südtirolern am Herzen, diese alte Südtiroler Tradition zu pflegen und vorwiegend auf die alten Motive zurückzugreifen, damit dieses wertvolle Kulturgut auch noch den Nachfahren erhalten bleibt.

Die Kunst des Federstielstickens

Südtiroler HandwerkBevor man mit dem Federstielstickereien beginnt, muss man zuerst einen Entwurf anfertigen, der dann auf das zu bestickende Leder mit weißer Tusche übertragen wird. Anschließend wird in Feinarbeit und Stich für Stich mit einer flachen Aale das Lederteil bestickt. Verschiedene Fadenbreiten ermöglichen es, diverse Verzierungen und kleinste Ornamente zu erstellen. Besonders schwierig und zeitraubend ist das Ausfüllen der Zischenräume der Stickereien mit vielen winzigen Stichen, welches Tupfen genannt wird. An einem Südtiroler Trachtengurt müssen schon an die rund 150 Arbeitsstunden investiert werden. So bald die Stickereien beendet sind, werden dann alle Teile zum fertigen Produkt zusammengefügt. Fast die gesamten Artikel, bis auf die Schuhe, müssen vom Federstielsticker selbst angefertigt werden, so ist es natürlich Voraussetzung, dass er auch über Kenntnisse der Lederverarbeitung verfügen muss.

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