Eine Gasthaus-Tour durch den Vinschgau

Der Turm im Reschensee Der Vinschgau ist der obere Teil des Etschtals in Südtirol. Er erstreckt sich auf einer Länge von ca. 80 km von Nauders am Reschenpass (letztes Dorf in Österreich vor der Grenze zu Italien) bis nach Naturns vor Meran und ist gesegnet mit einer herrlichen Gebirgslandschaft und urigen Bauern- und Gasthöfen.

Während in den Frühjahrsmonaten im April oder Mai in den Tiroler Wintersportorten wie Ischgl, Serfaus, Nauders oder St. Anton tausende Skifahrer noch die letzten Skischwünge der Wintersaison genießen, herrscht in ein paar Kilometer Luftlinie entfernt im Vinschgau zur selben Zeit bereits Frühling mit grünen Wiesen und Feldern voller Stiefmütterchen. Da gibt es nichts Schöneres, als an einem Sonntag vormittags mit der Familie und ein paar Freunden in die Autos zu steigen und einen Ausflug nach Südtirol zu machen.

Von Nauders aus, geht der Ausflug über die aufgelöste EU-Grenze Italien/Österreich am Reschensee und dem bekannten Postkartenmotiv (dem alten Kirchturm im Wasser bei Graun, der eines der meist fotografierten Touristen-Motive überhaupt ist) vorbei zum Mittagessen nach Burgeis bei Mals.

Glurns in Südtirol Bei Helmut im Gasthof St. Nikolaus gibt es eine echte italienische Pasta Schutta als Vorspeise und eine „geiles“ Entrecote mit den besten Rösti der Welt. Dazu wird obligatorisch eine Flasche Kalterer See mit Spuma getrunken. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang durch das idyllische Burgeis geht es weiter das Vinschgau abwärts nach Glurns. Die Kleinststadt Glurns, immer noch komplett umrandet von einer meterhohen Stadtmauer ist übersät mit kleinen urigen und alten Gasthäusern, wo meist der Wirt selbst noch das Glasl Wein ausschenkt. Nach weiteren 2 Gläsern Kalterer See an der Theke im Gasthof Grünen Baum und der Krone ist erneut Frischluft angesagt um den Alkohol etwas abzubauen. Nach 2 weiteren kurzen Stopps in Schlanders und Latsch sind wir in Naturns angekommen.

Naturns ist eine Kleinstadt mit durchschnittlich 315 Sonnentagen im Jahr. Umgeben von Apelbaum- und Weinplantagen ist die Stadt ein Paradies für Wanderer und Freizeitsportler. Auch hier bummeln wir wieder kurz durch die Stadt, genießen die Unbekümmertheit der Südtiroler Einheimischen für die das Wort „Hektik“ nicht existent zu sein scheint sowie die Unkompliziertheit bei der Kontaktaufnahme im einem der urigen Gasthäuser. Es ist Sonntag Nachmittag und das Wirtshaus ist fast voll. Einheimische Männer spielen Karten am Stammtisch, Familien sitzen an den massiven Holztischen und genießen bei der Marende den Sonntag Nachmittag. Wir schauen auf die Nachbartische auf die appetitlich angerichteten kalten Platten mit würzigem Südtiroler Speck und Käse und unsere Kopf will schon wieder essen. Gut, wir bestellen 2 Portionen Speck für uns zehn um den Heißhunger auf den glänzenden Speck am Nachbartisch zu stillen. Doch wir müssen weiter.

Gaststube im Adler Es ist inzwischen 4 Uhr nachmittags geworden und unsere Marende wollen wir auf der Rückfahrt in Schleis beim Gasthaus zum Goldener Adler einnehmen. Beim Agethle gibt es in der alten Zirmstube einen hausgemachten Speck und Käse, der seines Gleichen sucht. Hier wird noch mal richtig aufgetischt und so richtig reingehauen. Bei uriger Gasthaus Atmosphäre, Speck, Kaminwurzen, Käse und hausgemachtem Brot schlagen wir uns die Bäuche voll. Mit geschätzten 4 Liter Wein genießen wir die vollkommene Marende, wissend, dass wir heute Abend zu Hause nicht mehr Essen müssen oder wollen, da der heutige Tag mit einer Gasthaus Tour durch den Vinschau wieder die vollkommene, kulinarische Zufriedenheit für Körper und Seele gewesen ist.

Nachtrag:

Speziell in den Frühlingsmonaten oder zum Muttertag bietet sich ein Familienausflug nach Meran besonders an. Die hervorragende Gastronomie, Shopping mit neuester italienischer Mode und das wunderbare Frühlingsklima in Meran sind Erholung pur für Geist und Seele.





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